Gerda Taro

Im Spanischen Bürgerkrieg schuf Gerda Taro zusammen mit Robert Capa und „Chim“ David Seymour die moderne Kriegsfotografie. Sie war die erste Frau, die direkt im Gefecht fotografierte. Diese Nähe setzte neue Maßstäbe für die fotografische Kriegsberichterstattung und kostete Gerda Taro das Leben. Dennoch war sie neben ihrem Kollegen und Lebenspartner Robert Capa in Vergessenheit geraten. Inzwischen wurde Taro zur Romanfigur, Hollywood plant einen Spielfilm über das Paar und in Stuttgart, wo die Fotografin 1910 als Gerta Pohorylle zur Welt kam und aufwuchs, wird zurzeit der Gerda-Taro-Platz neu gestaltet.

1933 war die junge Jüdin in Leipzig verhaftet worden. Sie floh nach Paris, lernte den Fotografen André Friedmann kennen und begann zu fotografieren. Die Künstlernamen „Robert Capa“ und „Gerda Taro“ waren ihre Idee. Der Beginn des Spanischen Bürgerkriegs bedeutete für sie und ihren Lebensgefährten einen dramatischen Wendepunkt.

Titelbild "Die Zeit" vom Januar 2013 mit einem Bild Gerta Taros als Aufmacher und einem Feuilleton Bericht

Titelbild „Die Zeit“ vom Januar 2013 mit einem Bild Gerta Taros als Aufmacher und einem Bericht im Feuilleton

Für die Taro-Forschung ein Glücksfall war die Entdeckung eines verschollen geglaubten Pappkoffers mit Filmrollen aus dem Spanischen Bürgerkrieg, der vor einigen Jahren im Nachlass eines Diplomaten in Mexiko City gefunden wurde. Der „Mexikanische Koffer“ enthielt mehr als 800 Fotografien von Gerda Taro. Darunter bekannte Einzelbilder, aber auch ganze Serien, von denen man angenommen hatte, dass sie von Robert Capa stammten. Der Koffer war etwa 1941/42 aus Frankreich geschmuggelt worden, um die Bilder vor dem Zugriff der Nazis zu retten.

Die Exilforscherin und Gerda Taro-Biografin Irme Schaber, die die in Stuttgart geborene Fotografin vor Jahren wiederentdeckt hat, und Joe Bauer, Kolumnist der Stuttgarter Nachrichten, lesen und erörtern aktuelle Forschungsergebnisse zu Leben und Werk von Gerda Taro. Unbekannte Film- und Fotodokumente und das neue Taro-Buch des Jonas Verlags werden an diesem Abend erstmals vorgestellt. Irme Schaber präsentiert Bilder und neueste Erkenntnisse zu Kameras, Copyrights und falschen Mythen. Im Anschluss signiert sie ihr neues Buch.

 

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