Niedergang im 3. Reich

Für den Verein begann das Dritte Reich mit einem Paukenschlag. Vorstand und Beirat wurden am 9. Juli 1933 ins Rathaus bestellt. Der Verein bekam neue obrigkeitsfreundliche Statuten überreicht mit der Maßgabe, sie schnellstmöglich umzusetzen. Eine weitere Forderung: Nazi-Oberbürgermeister Karl Strölin, nicht gewählt, sondern von Hitler eingesetzt, solle in wenigen Tagen zum Ehrenvorsitzenden des Vereins ernannt werden. Bei der ersten Vereinsversammlung nach diesem Gespräch erschien dann auch der NSDAP-Kreispropagandaleiter, um sofort den stellvertretenden Vorsitz im Verein zu übernehmen. Vorstand und Beirat wurden komplett abgelöst und mit NSDAP-Schergen ersetzt. Das ganze war eine Sache von wenigen Minuten, wie die Vereinschronik berichtet. Die schöpferische Privatinitiative, die den Verein hatte groß werden lassen, gab es fortan nicht mehr.

Der Verein wurde zum funktionierenden Instrument der damaligen Machthaber, zum Beispiel durch die Ausbildung von sprachkundigen Fremdenführern, die Auslandsgäste zu betreuen und zu überwachen hatten. Internationale Besucher kamen nun vorwiegend aus dem nazifreundlichen Ausland wie Italien. Gäste aus anderen Ländern blieben zunehmend fern.

Natürlich gab es auch in der NSDAP-Zeit eine Reihe von Veranstaltungen, die aber an dieser Stelle unerwähnt bleiben sollen. Schließlich waren es nicht mehr jene freundschaftlichen Gedanken, die der Verein durchlebte, sondern die unnachgiebige Gleichschaltung durch die Nationalsozialisten. Wer mehr darüber lesen will, der kann dies in der hundertjährigen Vereinschronik des Jahres 1985 tun.

53 Luftangriffe auf Stuttgart in den Jahren 1940 bis 1945 – 8300 amerikanische und englische Bomber schießen die Stadt in einen Trümmerhaufen – 12.000 Sprengbomben und 130.000 Brandbomben – 4477 Menschen getötet – 8909 Menschen schwer verwundet – Stuttgart wurde am 21. April 1945 von französischen Truppen besetzt – Am 8. Juli 1945 marschierten die Amerikaner ein. Was Wunder, dass an Fremdenverkehr noch lange nicht zu denken war. Es gab wichtigeres.

 

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